Aktiv werden
Lerne uns kennen – unverbindlich und auf Augenhöhe
Was ist eine Studentenverbindung?
Eine Studentenverbindung ist eine Gemeinschaft von Studenten und ehemaligen Studenten, die sich gegenseitig unterstützen – im Studium, im Berufseinstieg und darüber hinaus. Das Besondere ist das Lebensbundprinzip: Wer Mitglied wird, bleibt es ein Leben lang. Die Studierenden bilden die Aktivitas, die Berufstätigen und Ruheständler die Altherrenschaft – beide tragen die Verbindung gemeinsam.
Viele Verbindungen besitzen ein eigenes Haus, in dem Mitglieder günstig wohnen und Veranstaltungen stattfinden – bei uns ist das die „Kette" in der Würzburger Altstadt. Das Semester ist gefüllt mit Vorträgen, Kneipen (traditionellen Festabenden), Gottesdiensten, Stammtischen und Ausflügen.
Als katholische, nichtschlagende Verbindung im KV lehnen wir das Fechten (die „Mensur") ab. Unsere drei Prinzipien sind Religio (gelebter Glaube), Scientia (wissenschaftlicher Austausch) und Amicitia (lebenslange Freundschaft).
Woher kommen Studentenverbindungen?
Die Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück: Schon an den ersten Universitäten schlossen sich Studenten nach ihrer Herkunft in sogenannten Nationes zusammen, um sich in der Fremde gegenseitig zu helfen. Um 1800 entstanden daraus die ersten Corps und Landsmannschaften, und 1815 gründeten Studenten in Jena die erste Burschenschaft – getragen vom Wunsch nach einem geeinten Deutschland und demokratischen Rechten, was damals revolutionär war.
Studentenverbindungen gehören deshalb auch zur Demokratiegeschichte in Deutschland. Viele Studenten traten im 19. Jahrhundert für Verfassungen, Bürgerrechte, Pressefreiheit und politische Mitbestimmung ein. Das Wartburgfest von 1817 und die studentische Beteiligung an der Revolution von 1848 zeigen, dass akademische Zusammenschlüsse früh Orte politischer Debatte und bürgerschaftlicher Verantwortung waren.
Der damalige nationale Gedanke zielte zunächst auf Einheit, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in einem zersplitterten Deutschland. Später wurde Nationalismus in Europa jedoch auch eng, ausgrenzend und zerstörerisch missbraucht. Heute verstehen wir geschichtliche Verantwortung anders: Die Idee politischer Gemeinschaft endet nicht an nationaler Selbstbehauptung, sondern findet in der europäischen Einigung und in supranationaler ZusammenarbeitSupranational bedeutet: Staaten übertragen bestimmte Aufgaben und Entscheidungen freiwillig an eine gemeinsame Ebene, zum Beispiel die Europäische Union. So können sie Probleme lösen, die ein einzelner Nationalstaat allein kaum bewältigen kann. eine zeitgemäße Fortsetzung.
Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die katholischen Korporationsverbände, die auf das Fechten verzichteten und stattdessen Glaube, Wissenschaft und Freundschaft in den Mittelpunkt stellten – darunter der Kartellverband (KV), dem unsere Verbindung seit 1893 angehört.
Warum waren anfangs nur Männer in Verbindungen?
Der Grund ist schlicht historisch: Frauen waren an deutschen Universitäten bis Anfang des 20. Jahrhunderts nicht zum Studium zugelassen – in Bayern erst ab 1903, in Preußen ab 1908. Die Studentenschaft war also über Jahrhunderte ausschließlich männlich, und die Verbindungen spiegelten das wider. Mit dem Frauenstudium entstanden ab etwa 1900 auch die ersten Damenverbindungen; heute gibt es daneben zahlreiche gemischte Korporationen.
Viele traditionsreiche Verbindungen – auch die Rheno-Frankonia – führen ihre Gemeinschaft als Männerbund fort. Zu unseren gesellschaftlichen Veranstaltungen sind Gäste selbstverständlich unabhängig vom Geschlecht herzlich willkommen.
Die wichtigsten Begriffe
Damit du bei deinem ersten Besuch mitreden kannst.
Fux
Neues Mitglied in der Kennenlernphase (ein bis zwei Semester). Lernt Verbindung, Geschichte und Mitglieder kennen – ohne Verpflichtung auf Lebenszeit.
Bursche
Vollmitglied mit Stimmrecht. Nach der Fuxenzeit entscheidest du selbst, ob du geburscht werden möchtest.
Alter Herr
Mitglied nach dem Studium. Unterstützt die Aktivitas ideell und finanziell – das Lebensbundprinzip in der Praxis.
Convent
Die Mitgliederversammlung und das demokratische Entscheidungsgremium. BC = Burschenconvent, AC = Altherrenconvent.
Kneipe
Traditioneller Festabend mit Liedern, Reden und gutem Essen – nicht zu verwechseln mit der Gaststätte.
Couleur
Die Farben einer Verbindung – bei uns Grün, Weiß und Gold –, getragen als Band und Mütze zu besonderen Anlässen.
Charge
Gewähltes Vorstandsamt der Aktivitas, zum Beispiel der Senior (Vorsitzender). Chargen wechseln jedes Semester.
Lebensbund
Das Versprechen, das alles zusammenhält: Die Gemeinschaft endet nicht mit dem Studium, sondern begleitet dich ein Leben lang.
In vier Schritten dabei
Vorbeischauen
Such dir eine Veranstaltung aus dem Semesterprogramm aus und komm einfach vorbei – Gäste sind bei allen gesellschaftlichen Veranstaltungen willkommen, kostenlos und ohne Anmeldung.
Kennenlernen
Lerne die Aktiven und das Haus in Ruhe kennen. Komm so oft du magst – ganz unverbindlich und ohne Erwartungen.
Fux werden
Wenn es passt, wirst du Fux. In der Fuxenzeit lernst du die Verbindung von innen kennen – und kannst jederzeit wieder gehen.
Bursche werden
Nach der Fuxenzeit entscheidest du dich bewusst für die Gemeinschaft – und wirst Vollmitglied mit allen Rechten.
Die Mitgliedschaft kostet einen moderaten Semesterbeitrag – deutlich weniger, als die gemeinsamen Veranstaltungen wert sind. Alle Details besprechen wir gern persönlich.